Das zeigt der jetzt veröffentlichte Political Risk Survey 2026 von WTW und Oxford Analytica, für den 57 Führungskräfte globaler Konzerne aus Europa, Nordamerika und Asien befragt wurden. Demnach zählen Zölle, politische Polarisierung, Sanktionen, hybride Angriffe und abrupte Kurswechsel von Regierungen inzwischen zu den zentralen Belastungen.
Besonders stark fällt die Sorge über die US-Politik aus. Viele befragte Unternehmen sehen Washington als Quelle erheblicher Unsicherheit für Handel, Lieferketten und Investitionen. Doch auch europäische und asiatische Firmen stehen unter Druck: In Europa wachsen die Risiken durch russische Grauzonenangriffe auf Infrastruktur, während japanische Unternehmen Spannungen mit China fürchten.
Zölle und Handelsbarrieren gelten laut Bericht als schwerer steuerbar als bewaffnete internationale Konflikte. 61 Prozent der Befragten nennen steigende Zölle als große Management-Herausforderung. Gleichzeitig berichten 75 Prozent von politischen Risiko- oder Kreditverlusten mit geopolitischem Hintergrund.
Auffällig ist die Verschiebung der Verlustorte. Früher dominierten klassische Risikomärkte wie Iran oder Venezuela. 2026 nennen Unternehmen vor allem die USA, China, Russland, die Ukraine und Indien. Politische Risiken treffen damit zunehmend jene Märkte, die für Umsatz, Lieferketten und Investitionen besonders wichtig sind.
Viele Konzerne reagieren mit Szenarioanalysen, geopolitischem Monitoring, Versicherungen und neuen Strukturen. 39 Prozent bereiten bereits eine stärkere Trennung östlicher und westlicher Geschäftsteile vor, weitere 45 Prozent prüfen solche Schritte. Der Bericht kommt damit zu einem klaren Befund: Geopolitik ist für Unternehmen vom externen Störfaktor zu einer dauerhaften strategischen Aufgabe geworden.
Corporate Governance, Compliance und ökonomische AnalyseHerausgegeben von Prof. Dr. Florian Follert und Prof. Dr. Stefan BehringerRegulierung determiniert unternehmerisches Handeln – mit oft erheblichen Folgen für die Entscheidungsfreiheit, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen sehen sich einem Spannungsfeld gegenüber: gesetzlich zu handeln und gesellschaftliche Legitimität zu sichern, ohne unternehmerische Ziele aus den Augen zu verlieren.
Eine Empfehlung für alle, die das Zusammenspiel von Regulierung, Unternehmensinteressen und gesellschaftlichen Erwartungen weiterdenken möchten. |
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