Die Gesamtdirektvergütung im Top-Management kommunaler Unternehmen ist 2024 im Median um 4,1 Prozent gestiegen. Das zeigt die Public Pay Studie 2026 der Zeppelin Universität und LAB & Company. Für den Vorjahresvergleich wurden 968 Führungskräfte betrachtet, die 2023 und 2024 dieselbe Position im selben Unternehmen innehatten. Im obersten Vergütungsquartil lag das Plus bei 5,7 Prozent, im untersten Quartil blieb die Vergütung unverändert.
Ein weiterer Befund betrifft die Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Weibliche Top-Managementmitglieder kamen branchenübergreifend auf eine durchschnittliche Gesamtdirektvergütung von 155.000 Euro, männliche auf 193.000 Euro. Daraus ergibt sich ein unbereinigter Gender Pay Gap von 19,7 Prozent. Frauen sind allerdings häufiger in Branchen vertreten, in denen das Vergütungsniveau niedriger liegt.
Wie weit solche Strukturunterschiede den Abstand erklären, untersucht eine 2026 veröffentlichte Fachstudie von Ulf Papenfuß und Christian Arno Schmidt. Sie umfasst 4.187 Vergütungsbeobachtungen aus 307 nicht börsennotierten öffentlichen Unternehmen zwischen 2006 und 2020. Nach Berücksichtigung persönlicher Merkmale, Unternehmensgröße, Branche und weiterer Faktoren verbleibt ein statistischer Vergütungsunterschied von rund 5,2 Prozent zulasten weiblicher Führungskräfte. Die Autoren weisen darauf hin, dass daraus keine kausale Erklärung folgt.
Einen neuen Akzent setzt die Untersuchung beim Aufsichtsgremium. Bei einem Mann im Vorsitz liegt der modellierte Vergütungsabstand bei 6,1 Prozent, bei einer Frau bei rund 3 Prozent. Auch Analysen von Führungswechseln weisen auf Unterschiede hin. Die Ergebnisse lenken den Blick deshalb stärker auf die Verfahren und Akteure, die Vergütungen festlegen.
Die Voraussetzungen für eine solche Analyse sind in vielen öffentlichen Unternehmen noch lückenhaft. Auf kommunaler Ebene werden laut Public Pay Studie lediglich 19,6 Prozent der Vergütungen personenbezogen veröffentlicht. Eine PwC-Erhebung unter 148 öffentlichen Unternehmen zeigt zudem: Nur 7 Prozent berechnen bereits ihren Gender Pay Gap. 53 Prozent warten bei der EU-Entgelttransparenzrichtlinie noch auf die nationale Gesetzgebung, obwohl 60 Prozent ihr Stellenbewertungssystem bereits für robust halten.
Fragen guter Unternehmensführung stehen auch beim 8. Zukunftssalon Public Corporate Governance am 10. und 11. September 2026 an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen auf dem Programm. Die Veranstaltung bringt Vertreter aus Politik, Verwaltung, Aufsichtsgremien und dem Top-Management öffentlicher Unternehmen zusammen.
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