Das entspricht knapp 3,7 Millionen von insgesamt 13,1 Millionen Teilzeit-Erwerbstätigen, teilt das Statistische Bundesamt jetzt mit. Frauen entschieden sich dabei etwas häufiger freiwillig für Teilzeit als Männer.
Ein zentrales Motiv ist die Betreuung von Angehörigen. Fast ein Viertel der Teilzeitbeschäftigten reduzierte die Arbeitszeit, um Kinder, Menschen mit Behinderungen oder Pflegebedürftige zu versorgen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 29 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen Betreuungspflichten nannten, waren es bei Männern nur 7 Prozent. Umgekehrt spielte bei Männern die Aus- oder Weiterbildung eine deutlich größere Rolle: Mehr als jeder fünfte Mann in Teilzeit arbeitete wegen Qualifizierung oder Studium weniger, bei Frauen waren es 8 Prozent.
Wer wegen Betreuungspflichten in Teilzeit arbeitet, tut dies mehrheitlich freiwillig. Rund zwei Drittel gaben an, die Betreuung bewusst selbst übernehmen zu wollen. Fehlende oder zu teure Betreuungsangebote spielten nur für eine Minderheit eine Rolle. Insgesamt arbeiteten 2024 knapp 31 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit. Bei Frauen war die Teilzeitquote mit 50 Prozent deutlich höher als bei Männern mit 14 Prozent.
Die aktuellen Zahlen erhalten zusätzliche politische Brisanz durch eine laufende Debatte um das Recht auf Teilzeitarbeit. Der Arbeitsmarktforscher Peter Haan vom Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung warnt davor, das Teilzeitrecht einzuschränken. Eine solche Maßnahme könne dazu führen, dass Menschen ganz aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, weil sie ohne Teilzeit ihren Alltag nicht mehr bewältigen könnten, sagte Peter Haan im ARD-Morgenmagazin. Für viele Beschäftigte sei Teilzeit die Voraussetzung, um Erwerbsarbeit und familiäre Aufgaben miteinander zu verbinden. Statt Einschränkungen seien Verbesserungen bei Betreuung, Pflegeinfrastruktur und steuerlichen Anreizen entscheidend, um mehr Erwerbsarbeit zu ermöglichen.
Triple Transformation: New Work, Digitalisierung und NachhaltigkeitHerausgegeben von Dr. Ole Wintermann und Cornelia DaheimDie Arbeitswelt erlebt einen tiefgreifenden Wandel – nicht nur durch die Digitalisierung und den Einzug der New Work-Kultur in Unternehmen und Organisationen, sondern zunehmend auch durch die Notwendigkeit, das Wirtschaften selbst nachhaltiger zu gestalten. Wie diese Veränderungen zusammenwirken und wie New Work-Prinzipien die nachhaltige und digitale Transformation beschleunigen können, beleuchtet dieser Band aus verschiedenen konzeptuellen und praktischen Perspektiven.
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