Die BaFin hat die Ergebnisse des deutschen Marktes zur europaweiten Auswirkungsstudie zu Solvabilität II in der Versicherungswirtschaft veröffentlicht. Kritisiert wurde u.a. die Praktikabilität der Standardformel.
Aus deutscher Sicht ist die Standardformel von Solvabilität II noch zu komplex und müsse praktikabler gestaltet werden. Viele kleine und mittlere Unternehmen berichteten im Rahmen der Studie über erhebliche Belastungen, die vor allem bei der Berechnung des Solvenzkapitalbedarfs entstehen. Mehrere Teilnehmer wiesen darauf hin, dass die Komplexität des Modells ein hohes Maß von Expertenwissen erfordere, und es aufgrund seiner Unübersichtlichkeit und Volatilität für Controlling-Zwecke ungeeignet sei. Auch Anforderungen an das Datenmanagement wurden kritisch bewertet. So erforderten viele Standardformel-Module Input, der in Struktur und Detaillierungsgrad so derzeit nicht vorliege. Die BaFin will sich nach eigener Aussage auf europäischer Ebene hier für Nachbesserungen einsetzen.
Insgesamt ist die Aufsicht jedoch der Auffassung, dass die deutsche Versicherungswirtschaft für das neue Regelwerk gut gerüstet ist.
Die deutsche Teiluntersuchung zur Auswirkungsstudie führte die BaFin von August bis November 2010 durch. Daran nahmen 251 deutsche Versicherungsunternehmen und 26 deutsche Unternehmensgruppen teil.
Weitere Informationen: Nachricht auf COMPLIANCEdigital vom 16. März 2011
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