Strategien zur Unternehmenssicherung, von Dr. Thomas Henschel, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-503-11648-5, Euro (D) 39,95
Vom Grundaufbau her ist das Buch als wissenschaftliche Arbeit angelegt. Hauptteil ist eine empirische Untersuchung, bei der der Autor neben schriftlichen Erhebungen auch mit groem persnlichem Einsatz unmittelbare Befragungen einer relativ groen Zahl von Unternehmensleitungen durchgefhrt hat. Dies gab dem Autor zustzlich zur statistischen Auswertung der Ergebnisse auch die Mglichkeit, in Form von Zitaten individuelle Einzelstatements verschiedener Unternehmensleitungen wiederzugeben. Diese wrtlich wiedergegebenen Interviewpassagen werfen Schlaglichter auf bestimmte Unternehmenssituationen, und stehen damit in interessantem Kontrast zu den nchternen Darstellungen der Zahlen und Quoten der erhobenen Daten.
Der Autor gibt bestimmte Kategorien vor, auf die sich seine Erhebung sttzt, dabei ist der Bereich IT-Risiken/IT-Risikomanagement nicht gesondert adressiert. Auch sieht der Verfasser davon ab, sich an bekannten Modellen wie COSO ERM oder ISO31000 unmittelbar zu orientieren. Ein zentraler Aspekt seiner Systematik ist u. a. die Unternehmensplanung, der er einen hohen Stellenwert im Risikomanagementsystem i. w. S. zubilligt. Demgegenber ist das Interne Kontrollsystem nicht explizit Gegenstand der Errterung.
Manche Ergebnisse der Befragung sind nicht berraschend und besttigen bereits bekannte Eindrcke. Hierzu gehrt z. B., dass sich die Klein- und Kleinstunternehmen eher an Steuerberatern als an Wirtschaftsprfern als Beratungsinstanz orientieren, oder auch, dass das KonTraG fr diese Unternehmensgruppe wenig Bedeutung hat. Andere Erhebungsresultate erstaunen schon eher, so z. B. dass immerhin ca. 20 % der persnlich befragten Unternehmen ber 100 Projekte per anno durchfhren. Wenn man bedenkt, dass die Erhebung auch ber Kleinstunternehmen (< 10 Mitarbeiter) und Mittlere Unternehmen (< 250 Mitarbeiter) geht, mag diese Zahl zum Nachdenken anregen.
Die Ergebnisse der Befragungen werden dann auch konsequent in den Teil Anregungen zur Verbesserung bertragen und dort an der Typologie nach Miles und Snow, die der Autor aus Praktikabilittsgrnden auf drei Ebenen reduziert hat, gemessen. Vorgestellt und musterweise genutzt wird auch ein Risikoerfassungsblatt, das in durchaus blicher Art zur Einzelaufnahme und -erhebung von Risiken verwendet werden kann. Die individuelle Darstellung ist ebenfalls in den Teil der Anregungen zur Verbesserung eingeflossen, in dem ein Musterunternehmen in kleinen Einschben in seinem direkten Unternehmensumfeld in den Kontext der theoretischen berlegungen gestellt wird.
Im vorletzten Teil stellt der Autor dann ein Gesamtmodell vor, nach dem mittelstndische Unternehmen ihr Risikomanagement aufbauen und in die Unternehmensstruktur integrieren knnen.
Die Anhnge des Werkes rekapitulieren nochmals die Anstze der Arbeit, z. B. durch Wiedergabe des Fragebogens, des Risikoerfassungsblatts und eines Typologie-Tests. Einzige Ausnahme bildet der Anhang I, der eine (sehr) kurz gefasste Darstellung des neuen internationalen Standards ISO31000 nebst seiner Vter ONR49000 und AS/NZS4360 enthlt.
Dipl.-Kfm. Michael Neuy
Quelle: ZIR Zeitschrift Interne Revision, Heft 6/2010
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