Umsetzung des Geldwäschegesetzes
Hauptantrieb: Risikominimierung
Die Hauptantriebsfaktoren der Geldwäschebekämpfung sind für drei Viertel der befragten Kreditinstitute die Minimierung des Reputations-, sowie des Bußgeld- und Sanktionsrisikos. Insbesondere die Verminderung der Strafzahlungen ist im Vergleich zur Umfrage aus dem Jahr 2012 stark angestiegen – von 25,2 Prozent auf 75,2 Prozent.Die Wertschätzung der Geldwäschebekämpfung hat sich in den Instituten im Vergleich zu 2012 drastisch erhöht. So gaben in der diesjährigen Umfrage 80 Prozent an, dass es eine höhere Akzeptanz für das Thema in der Führungsetage gebe (2012: 34,4 Prozent) und auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern scheint das Thema angekommen zu sein. Sagten 2012 noch ein Drittel der Beschäftigten, dass es eine Aufwertung für das Thema innerhalb der Bank gegeben habe, sind es in der diesjährigen Umfrage 68,6 Prozent.
Hoher Aufwand bei der Umsetzung
Die Mehrheit schätzt die erforderlichen Aufwände für die „GwG-Neu”-Umsetzung als mittel bis hoch ein, tendenziell gehe der Aufwand aber zurück. Besonders aufwändig werde von 80 Prozent der Befragten der Bereich „Dokumentation” bewertet, gefolgt von „Richtlinien/Arbeitsanweisungen” und „Prozesse”. Der Bereich „IT-Systeme” scheint mittlerweile immer weniger Aufwand zu verursachen (56,2 Prozent).Die Einführung des zentralen Registers wird übrigens von zwei Dritteln als sinnvoll gesehen.
Digitalisierungspotenziale in der Compliance
Die befragten Kreditinstitute sehen in der Digitalisierung sehr große Chancen. Die größten Digitalisierungspotenziale bestehen laut Umfrage in den Bereichen „Sorgfaltspflichten”, „Fallbearbeitung” und „automatisierte Reports für Risikoanalysen”. Hier sollen Prozesse verstärkt digitalisiert werden, um neue bzw. bestehende Systeme auf- bzw. auszubauen.Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien
Neue Technologien betrachten die deutsche Bankhäuser eher skeptisch: Sekundenschnelle Überweisungen per Instant Payment werden von einem Großteil der Banken (58,1 Prozent) noch nicht angeboten. Die Gewährleistung der Real-Time Prüfungen, undurchsichtiger Zahlungsverkehr sowie die Erfüllung der GWG-Anforderungen werden als große Herausforderung betrachtet.Blockchain: Für 58,1 Prozent kein Thema
Auch die Blockchain-Technologie erfreut sich noch keiner großen Beliebtheit. Die Mehrheit (ebenfalls 58,1 Prozent) verwendet sie nicht und hat auch keine Pläne, das zu tun. Einige Befragte räumen ein, dass sie die Technologie als riskant in Bezug auf erhöhtes Geldwäscherisiko sehen. Als Gründe hierfür nannten sie die Transaktionsgeschwindigkeit, die Anonymität sowie die fehlende Regulierung des Markts auf Basis von Blockchain.Die ganze Studie können Sie hier kostenlos anfordern.
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(ESV/ps)