Korruption
18.02.2015
Sozialstandards sind weltweit schwer durchsetzbar
Aufgeschreckt von den teilweise skandalösen Zuständen bei vielen Lieferanten in den sogenannten Billiglohnländern wird auch in der deutschen Öffentlichkeit über die Einhaltung von Sozialstandards verstärkt diskutiert. Verantwortliche Unternehmensführung macht nicht an der Landesgrenze halt, sondern umfasst die gesamte Supply-Chains.
Das ist das Ergebnis der Umfrage unter 100 Geschäftsführern, Einkäufern und CSR-Verantwortlichen in Deutschland. 73 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die mangelnde Durchsetzung von Gesetzen dafür verantwortlich sei, dass Sozialstandards nicht eingehalten werden. Wiederum 60 Prozent sehen die in den Ländern grassierende Korruption als weitere Ursache für die mangelnde Einhaltung der Sozialstandards. Aber auch der zunehmende Preisdruck wird als Problem von immerhin 56 Prozent benannt.
Hinzu komme auch, dass die Kunden nach Ansicht der Befragten auch keine Preiserhöhungen ohne weiteres akzeptieren würden. Nach Auffassung der Umfrageteilnehmer ließen sich höhere Preise nur bei Nischenprodukten durchsetzen.
„Die Umfrage macht deutlich, dass die Verbesserung von Sozialstandards ein komplexes Projekt ist,bei dem viele Akteure gefordert sind – der Handel, die Verbraucher und die Verantwortlichen vor Ort“, so Nagel. Wirklich nachhaltige Fortschritte könne aber nur dann erzielt werden, so Nagel weiter, wenn vor Ort ein Bewusstseinswandel stattfindet und die beschlossenen Gesetze auch tatsächlich durchgesetzt werden. Dazu sind die Regierungen in den Lieferländern in der Pflicht.“
Wie Sie im Fall eines Korruptionsverdachtes vorgehen, erläutern die Autoren Jürgen Stierle und Helmut Siller im dem "Praxishandbuch Korruptionscontrolling: Konzepte – Prävention – Fallbeispiele".
Über die unterschiedliche Rechtslage und Rechtspraxis bei Complianceverstößen informiert das "Handbuch Compliance international: Recht und Praxis der Korruptionsprävention“, herausgegeben von Malte Passarge und Stefan Behringer.
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Mario Schulz, ESV-Redaktion COMPLIANCEdigital | 13:00 Uhr, 18.02.2015
Korruption verhindert Durchsetzung von Sozialstandards
Auch in den Lieferländern wurde das Problem mit den zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen erkannt und entsprechende Gesetze erlassen. Auch bei den Lieferanten selbst hat sich das Bewusstsein in Sachen Sozialstandards verbessert. Allerdings, so Jens Nagel, Geschäftsführer der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Handels (AVE) „werden diese Gesetze meist umgangen oder nicht durchgesetzt“.Das ist das Ergebnis der Umfrage unter 100 Geschäftsführern, Einkäufern und CSR-Verantwortlichen in Deutschland. 73 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die mangelnde Durchsetzung von Gesetzen dafür verantwortlich sei, dass Sozialstandards nicht eingehalten werden. Wiederum 60 Prozent sehen die in den Ländern grassierende Korruption als weitere Ursache für die mangelnde Einhaltung der Sozialstandards. Aber auch der zunehmende Preisdruck wird als Problem von immerhin 56 Prozent benannt.
Höhere Preise sind für Massenprodukte nicht durchsetzbar
Skeptisch äußerten sich die Befragten auch dazu, ob z.B. höhere Preise ein geeignetes Instrument zur Verbesserung der Sozialstandards sei. Der Hauptgrund: Solange nicht sichergestellt werden kann, dass das Geld auch wirklich bei den Betroffenen ankomme, mache es keinen Sinn, die Preise zu erhöhen.Hinzu komme auch, dass die Kunden nach Ansicht der Befragten auch keine Preiserhöhungen ohne weiteres akzeptieren würden. Nach Auffassung der Umfrageteilnehmer ließen sich höhere Preise nur bei Nischenprodukten durchsetzen.
Sozialstandards nur ohne Gewähr
Auf die Frage, ob sie gute Sozialstandards in der Lieferkette garantieren können, antworteten 87 Prozent klar mit nein. Zwar steige das Problembewusstsein auch bei den Lieferanten. Die Hand dafür ins Feuer legen, möchte aber kaum jemand, so das ernüchternde Ergebnis.„Die Umfrage macht deutlich, dass die Verbesserung von Sozialstandards ein komplexes Projekt ist,bei dem viele Akteure gefordert sind – der Handel, die Verbraucher und die Verantwortlichen vor Ort“, so Nagel. Wirklich nachhaltige Fortschritte könne aber nur dann erzielt werden, so Nagel weiter, wenn vor Ort ein Bewusstseinswandel stattfindet und die beschlossenen Gesetze auch tatsächlich durchgesetzt werden. Dazu sind die Regierungen in den Lieferländern in der Pflicht.“
Hintergrund: Außenhandelsvereinigung des Deutschen Handels (AVE)
Die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels ist die Spitzenorganisation der importierenden Einzelhändler in Deutschland. Der AVE wurde 1952 gegründet und vertritt seitdem die außenwirtschaftlichen Interessen des Einzelhandels. Im AVE sind die führenden deutschen Marken-,Versand- und Einzelhandelsunternehmen vertreten, darunter Kaufhof, Puma, Otto, Tchibo, Lidl oder C&A.Literaturempfehlung
Der von Ludger Heidbrink, Nora Meyer, Johannes Reidel und Imke Schmidt herausgegebene Band “Corporate Social Responsibility in der Logistikbranche“ befasst sich mit intensiv der Frage nach einem nachhaltigen und verantwortungsbewussten Unternehmenshandeln.Wie Sie im Fall eines Korruptionsverdachtes vorgehen, erläutern die Autoren Jürgen Stierle und Helmut Siller im dem "Praxishandbuch Korruptionscontrolling: Konzepte – Prävention – Fallbeispiele".
Über die unterschiedliche Rechtslage und Rechtspraxis bei Complianceverstößen informiert das "Handbuch Compliance international: Recht und Praxis der Korruptionsprävention“, herausgegeben von Malte Passarge und Stefan Behringer.
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Mario Schulz, ESV-Redaktion COMPLIANCEdigital | 13:00 Uhr, 18.02.2015