Global Reporting Survey
22.02.2018
Qualität des Reportings in Gefahr
Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
Mehr als die Hälfte der Unternehmen müssen elf oder mehr Reporting-Standards beachten. Zudem ist die Zahl der Finanzberichte bei sechs von zehn Unternehmen gestiegen – dies sind zentrale Ergebnisse des vierten Global Reporting Survey, das die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY im Februar 2018 veröffentlicht hat. 71 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die zunehmende Komplexität zu Lasten der Effektivität der Berichterstattung geht. „Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihr Reporting den gewachsenen Aufgaben anzupassen”, erklärt Dr. Karsten Füser, Partner und Global Financial Accounting Advisory Markets Leader bei EY. „Data Analytics, Blockchain und andere innovative Ansätze bieten Lösungen, doch die Unternehmen tun sich mit der Umsetzung schwer.”
„Oft sind die Systeme nicht miteinander verknüpft, sondern laufen parallel. Das erschwert die schnelle Auswertung von Daten und erhöht die Risiken”, betont Füser. Mit Finance 4.0 könne eine neue Governance-Ära eingeleitet werden: Hier werden Daten mit smarten Technologien verknüpft. Grundlage ist ein Datenmanagement, das homogen über das gesamte Unternehmen aufgebaut wird und Daten mit einem einheitlichen Ansatz erhebt und aufbereitet. Anschließend geht es darum, Daten auszuwerten und in das Reporting zu integrieren.
Für die international angelegte Studie wurden 1020 CFOs und weitere Verantwortliche aus den Finanzabteilungen befragt (davon 40 aus Deutschland).
(ESV/ps)
Reporting-Systeme häufig nicht verknüpft
Zur Problembewältigung wollen 87 Prozent der Unternehmen in den nächsten zwei Jahren ihre Investitionen in moderne Technologien für das Reporting erhöhen. Im Vordergrund stehen dabei moderne IT-Konzepte und der Einsatz von Data Analytics. Das scheint auch dringend geboten, da die Unternehmen die Chancen eines modernen Corporate Reporting nicht ausnutzen. So kommen in Konzernen mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern nicht selten unterschiedliche Technologien zum Einsatz.„Oft sind die Systeme nicht miteinander verknüpft, sondern laufen parallel. Das erschwert die schnelle Auswertung von Daten und erhöht die Risiken”, betont Füser. Mit Finance 4.0 könne eine neue Governance-Ära eingeleitet werden: Hier werden Daten mit smarten Technologien verknüpft. Grundlage ist ein Datenmanagement, das homogen über das gesamte Unternehmen aufgebaut wird und Daten mit einem einheitlichen Ansatz erhebt und aufbereitet. Anschließend geht es darum, Daten auszuwerten und in das Reporting zu integrieren.
Compliance-Vorgaben und Datenschutz
53 Prozent der deutschen Unternehmen betrachten die Erfüllung von Compliance-Vorgaben und Sicherheitsstandards rund um den Datenschutz in den einzelnen Ländern als die größte Herausforderung im derzeitigen Reporting-Umfeld. Fehlende Fähigkeiten im Bereich Data Analytics sind für 45 Prozent der befragten deutschen Unternehmen das größte Hindernis für die Einführung innovativer Technologien innerhalb der Finanzfunktion (weltweit: 38 Prozent). Aber auch die fehlende Zusammenarbeit zwischen der Finanzabteilung und der IT erschwert für 43 Prozent der befragten deutschen Unternehmen die Einführung innovativer Technologien (weltweit: 38 Prozent).Für die international angelegte Studie wurden 1020 CFOs und weitere Verantwortliche aus den Finanzabteilungen befragt (davon 40 aus Deutschland).
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(ESV/ps)