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Praxis-Handbuch Compliance

Risiken kennen – Haftung ausschließen. Herausgegeben von Peter Depré, Walhalla Fachverlag, Regensburg 2011, 208 S., 19,90 Euro.

Welcher Sanierer kennt sie nicht: Die kleinkriminellen Geschäftsführer mit überzogenen Spesenabrechnungen, mit Personalabrechnung von nicht mitarbeitenden Familienmitgliedern, mit Überhöhungen der Lagerbestandsbewertungen und anderer Aktiva zur Schönung des Bilanzbildes oder mit rechnerisch inkonsistenter Buchhaltung. Im kleinen Mittelstandsunternehmen, zumal wenn es in die Krise gerät, ist dies nicht selten Bestandteil des Alltagsgeschäfts und wird durch die Täter als Kavaliersdelikte wahrgenommen. Und welcher Sanierer ist nicht auch schon besonders aggressiven Geschäftsführern im größeren Mittelstand oder Großunternehmen begegnet:

Sind schon im erstgenannten Standardbeispiel die legalen Grenzen überschritten, so sind sie es im zweiten Fallbeispiel erst recht. Dabei gilt: Je größer die Unternehmen, um so größer die Euro-Beträge, welche entsprechende höhere Haftungsanforderungen nach sich ziehen können.

Handelnde und verantwortliche Organe von Unternehmen sind in jedem Fall gefordert, oben genannte und viele weitere haftungsauslösende Taten systematisch zu vermeiden, zu erkennen und auszumerzen.

In der Praxis allerdings stellen sich dazu mitunter viele Fragen. Wer muss was genau tun? Wo beginnt wessen Haftung, wo hört sie auf? Was sind typische Handlungen, die es zu vermeiden gilt? Auf diese und noch viele weitere Fragen gibt das neue „Praxis-Handbuch Compliance – Risiken erkennen – Haftung ausschließen“ vom Herausgeber Peter Depré ausgesprochen übersichtliche und hilfreiche Antworten.

Mit zahlreichen Checklisten und Fallbeispielen transparent gemacht, führt das Handbuch strukturiert durch die Welt des modernen und proaktiven Compliance-Managements:

Peter Depré und seinen Mitautoren ist es in dem in Übersicht und Volumen handhabbaren Buch hervorragend gelungen, Sinn und Zweck sowie Methodik und Vorgehensweise im modernen Compliance- Management in Unternehmen aufzuzeigen sowie umsetzbare Handlungsempfehlungen zu geben.

Für eine zweite Auflage dürfte ein zusätzliches Kapitel zum Umgang mit Aufsichtsund Ermittlungsbehörden wie bspw. Umweltbehörde, Kartellamt, Staatsanwaltschaft etc. wünschenswert sein. Doch schon in der vorgelegten 1. Aufl. finden auch der erfahrene Sanierer und Interimsmanager ebenso wie Geschäftsführer bzw. Vorstände oder Aufsichtsorgane sehr gute und vor allem unmittelbar umsetzbare Ansätze für die eigene Praxis.

Gunter Freiherr von Leoprechting, Leo-Impact Consulting GmbH, Berlin

Quelle: ZCG Zeitschrift für Corporate Governance, Heft 6/2011