Integriertes Revisionsmanagement
Praxismodell für eine ganzheitliche Organisation der Internen Revision. Von Marcus Bauer, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2010. 224 S., mit zahlreichen Abbildungen, kartoniert, Euro (D) 29,95 ISBN: 978-3-503-12063-5
Der Autor, Marcus Bauer, stellt über insgesamt 223 Seiten mit 102 Abbildungen sein Praxismodell einer ganzheitlichen Organisation der Internen Revision vor. Er untergliedert seine Ausführungen in die Kapitel:
- 1. Anforderungen an die Revision (35 Seiten)
- 2. Aufbauorganisation (51 Seiten)
- 3. Ablauforganisation – der Revisionszyklus (84 Seiten)
- 4. Kritische Reflexion (14 Seiten).
Bei den Ausführungen zur Aufbauorganisation im Kapitel 2 unterteilt der Autor in revisionsspezifische und abteilungsorganisatorische Strukturelemente. Letztere umfassen die allgemeinen Anforderungen an die Organisation einer Revision, z. B. Funktionsbeschreibungen, Geschäftsordnung und Stellenbeschreibungen (z.T. mit Beispielen unterlegt). Bei der Darstellung der revisionsspezifischen Strukturelemente der Aufbauorganisation wird zunächst auf die allgemeingültigen Funktionen und Prozesse eines Betriebes anhand eines „Operating Business Model“ (OBM), „gewissermaßen als Rückgrad der Revisionsarbeit“, eingegangen. Als weiteres Strukturelement für die Aufbauorganisation wird die „Revisionspyramide“ mit den Elementen „Self Assessment“, „Standard Audits“ und „Special Audits“ herangezogen. Die drei Audit-Methoden werden mit dem OBM-Modell und dem COSO-Modell verknüpft. Die Zuordnung entsprechender Fragekataloge, z.B. hinsichtlich des Internen Kontrollsystems, führt zu Prüfprogrammen über die einzelnen Komponenten des COSO-Würfels und die dazugehörigen Prozesse. Eine möglichst stabile Strukturierung der Fragekataloge gewährleistet eine gute Vergleichbarkeit der Revisionsergebnisse über die Zeit und für unterschiedliche Betriebseinheiten. Dies ermöglicht eine Bewertung der Entwicklung der Organisationseinheiten aus Revisionssicht.
Das 3. Kapitel widmet der Autor der Beschreibung eines Revisionszyklus, bestehend aus folgenden 4 Grundelementen:
- Risikobewertung
- Revisionsplanung
- Prüfungsorganisation
- Aufbereitung und Analyse. Die Feststellung des „Audit Universe“ (Gesamtheit der Prüfobjekte) und deren Einordnung in das Risikomanagement wird als Arbeitsgrundlage der Revision angesehen. Daraus ergeben sich die langfristige und die Jahresplanung der Revision, wobei die zur Verfügung stehenden Ressourcen und der ggf. betriebsspezifische Prüfungsansatz berücksichtigt werden. Der bestätigte Prüfungsplan ist Voraussetzung für das 3. Element „Prüfungsorganisation“ – die klassische Revisionsarbeit. Die Aspekte der Terminplanung, der Prüfungsvorbereitung im Büro und der Vor-Ort-Prüfung bis zur Berichterstellung werden hier beschrieben. Im 4. Element „Aufbereitung und Analyse“ geht der Autor auf die Dokumentation der Revisionsarbeit und die Prüfungsnachschau ein. Besonderen Wert legt er auf die Analyse und Auswertung der Revisionsarbeit und der Prüfergebnisse z.B. hinsichtlich des Entwicklungsstandes des Internen Kontrollsystems. Der beschriebene Revisionszyklus schließt sich letztlich zu einem sich stetig wiederholenden Kreis, bei dem die Umsetzung der jeweils vereinbarten Verbesserungsmaßnahmen einen neuen Zyklus auf idealerweise höherem Niveau beginnen lässt.
Die Lektüre des Buches bietet sowohl für den Einsteiger als auch den erfahrenen Revisor eine interessante Auseinandersetzung mit praxisorientierter, moderner Revisionsorganisation. Die Ausführungen des Autors sind allgemeingültiger Natur und branchenübergreifend; Mitarbeiter kleinerer Revisionsabteilungen müssen die Anregungen auf ihre Belange adaptieren. Das vorgestellte Modell eines integrierten Revisionsmanagements orientiert sich primär an einer internationalen Konzernstruktur; dies könnte der Grund dafür sein, dass die zahlreichen Beispieldokumente weitgehend in englischer Sprache angeboten werden. Mancher Leser mag sich wünschen, der Autor hätte sich für deutsch oder englisch entschieden. Eine größere Zahl Text-/Druckfehler muß leider erwähnt werden.
Der Rezensent hat einen „Klappentext“ mit der Vorstellung des Autors und dessen bisherigen Wirkens vermisst.
Abschließend ist hervorzuheben, dass dieses Buch eine Bereicherung der Diskussion zum Thema Revisionsmanagement darstellt und dem interessierten Revisor wertvolle Anregungen bieten kann.
Quelle: Dr. Gunter Jess, ZIR Zeitschrift Interne Revision, Heft 5/2010, S. 258