Fifa
08.06.2015
Hat Compliance Einfluss?
Mario Schulz, ESV-Redaktion COMPLIANCEdigital
Ja, eine Neuvergabe sei möglich, meint der Vorsitzende der Fifa-Compliance-Kommission, Domenico Scala. In einem Interview mit der Schweizer Sonntagszeitung nannte Scala erstmals Bedingungen für eine Neuvergabe:
"Sollten Beweise dafür vorliegen, dass die Vergabe nach Katar und Russland nur dank gekaufter Stimmen zustande kam, dann könnte die Vergabe nichtig sein“, so Scala. Bisher, so Scala, lägen diese Beweise aber noch nicht vor.
Doch nicht nur die Vergabe nach Russland (2018) und Katar (2022) steht im Fokus der Ermittler. Laut Medienberichten verdichten sich die Hinweise, dass bei der Vergabe der Endrunden 1998 und 2010 es ebenfalls zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Laut der Zeugenaussage des ehemaligen Generalsekretärs des amerikanischen Fußballverbands Concacaf Chuck Blazer aus dem Jahr 2013 geht dies hervor. Blazer war auch Mitglied des Exekutivkomitee der Fifa. Seine jetzt von den Behörden veröffentlichte Aussage besagt, dass Bestechungsgelder bei der Vergabe der Fußball-WM 2010 in Südafrika geflossen seien. Auch bei der Vergabe des WM-Turniers 1998 nach Frankreich soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, so der FBI-Kronzeuge.
Sollte es tatsächlich zu einer Neuvergabe kommen, wäre das eine völlig neue Dimension im Fifa-Skandal. Erst letzte Woche hat der langjährige Fifa-Vorsitzende Joseph Blatter seinen Rücktritt angekündigt, nachdem er sich noch am Freitag zuvor erneut zum Präsidenten hatte wieder wählen lassen. (Quelle, Sportschau, Schweizer Sonntagszeitung)
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"Sollten Beweise dafür vorliegen, dass die Vergabe nach Katar und Russland nur dank gekaufter Stimmen zustande kam, dann könnte die Vergabe nichtig sein“, so Scala. Bisher, so Scala, lägen diese Beweise aber noch nicht vor.
Doch nicht nur die Vergabe nach Russland (2018) und Katar (2022) steht im Fokus der Ermittler. Laut Medienberichten verdichten sich die Hinweise, dass bei der Vergabe der Endrunden 1998 und 2010 es ebenfalls zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Laut der Zeugenaussage des ehemaligen Generalsekretärs des amerikanischen Fußballverbands Concacaf Chuck Blazer aus dem Jahr 2013 geht dies hervor. Blazer war auch Mitglied des Exekutivkomitee der Fifa. Seine jetzt von den Behörden veröffentlichte Aussage besagt, dass Bestechungsgelder bei der Vergabe der Fußball-WM 2010 in Südafrika geflossen seien. Auch bei der Vergabe des WM-Turniers 1998 nach Frankreich soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, so der FBI-Kronzeuge.
War das Sommermärchen 2006 ohne Bestechung möglich?
Natürlich stellt sich auch die Frage, ob bei der Vergabe der Fußball-WM nach Deutschland ebenfalls Bestechungsgelder geflossen sind. In einem Interview mit der Sportschau sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, hierzu: "Wir haben uns absolut nichts vorzuwerfen. Ich darf daran erinnern, dass wir die absolut beste Bewerbung hatten. Wir haben die Abstimmung mit 12:11 gewonnen. Wir wissen, dass die acht Europäer für uns gestimmt haben. Woher die anderen vier Stimmen kamen, können wir nur vermuten. Die haben wir mit unserer Bewerbung überzeugt."Sollte es tatsächlich zu einer Neuvergabe kommen, wäre das eine völlig neue Dimension im Fifa-Skandal. Erst letzte Woche hat der langjährige Fifa-Vorsitzende Joseph Blatter seinen Rücktritt angekündigt, nachdem er sich noch am Freitag zuvor erneut zum Präsidenten hatte wieder wählen lassen. (Quelle, Sportschau, Schweizer Sonntagszeitung)
Literaturempfehlung Korruptionsbekämpfung
Wie Korruption rechtzeitig erkannt wird und wie Korruption vor allem wirkungsvoll bekämpft werden kann, beschreiben auch die Autoren Jürgen Stierle und Helmut Siller in dem Praxishandbuch "Korruptionscontrolling: Konzepte – Prävention – Fallbeispiele".Das eBook steht Abonnenten von COMPLIANCEdigital kostenfrei zur Verfügung.
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